Praktikum in Italien
Woher kommt ein Land und vor allem wohin geht ein Land, welchen Weg nimmt ein Land, das lange als ein Land angesehen wurde, das zwar ausgezeichnete Qualität im Modebereich, in der Schuh- und Möbelindustrie vorzuweisen hat, aber in vielen anderen Bereichen - beispielsweise in der Politik oder auch in anderen industriellen Sektoren - als rückständig betrachtet wurde?
Italien, die Republik, die zum größten Teil vom Mittelmeer umschlossen wird und so über eine sehr lange Küstenzone verfügt, besteht seit dem Risorgimento als moderner Staat. Seine drei größten Städte sind Rom, die Hauptstadt Italiens, Mailand und Neapel. Während Mailand als eine wichtige Finanzstadt im reichen Norden des Landes liegt, macht Neapel seiner Regierung, aber vor allem auch seinen Bewohnern zur Zeit etwas Sorge: Müllberge, die nicht entsorgt werden, breiten sich mehr und mehr aus.
Nichtsdestotrotz ist Italien ein Industriestaat, der jedoch kaum über natürlich Ressourcen wie Öl, Kohle oder Eisen verfügt. Geschätzt wird die Wirtschaft Italiens im Ausland überwiegend wegen der Delikatessen bei Speisen und Getränken sowie den schnellen und eleganten Automobilen aus dem Hause Fiat, zu dem die Marken Maserati, Ferrari und Alfa Romeo gehören. So hat sich Italien auch einen Ruf als Wirtschaftsmacht insbesondere in den Bereichen des Design und der Herstellung qualitativ hochwertiger Modeartikel wie Kleidung, Einrichtungsgegenstände oder Schmuck erworben.
Bedacht werden sollte, dass in Italien ein Nord-Süd-Gefälle vorherrscht, das sich auf die wirtschaftliche Situation des Landes, aber auch auf die Lebensbedingungen im Allgemeinen wie Arbeit, Wohnen etc. auswirkt. Dabei steht der stark industrialisierte Norden dem eher landwirtschaftlich geprägten Süden Italiens gegenüber. Das industrielle Dreieck mit Mailand, Genua und Turin gehört zu den wirtschaftlich stärksten Regionen Europas. Im Süden des Landes sieht die Situation leider etwas anders aus; der Mezzogiorno ist eine der strukturschwächsten Regionen Europas und obwohl die südlichen Regionen Italiens in der Vergangenheit immer wieder von staatlicher Seite gefördert wurden, ist auch heute noch die Arbeitslosenquote und das organisierte Verbrechen dort sehr hoch.
Für Ausländer besteht eher im Norden und im Zentrum des Landes die Möglichkeit, Arbeit zu finden. Besonders im Dienstleistungssektor, hier vordergründig natürlich im Tourismussektor, werden oft Arbeitskräfte gesucht. Doch auch in den Bereichen Erziehung und Bildung und in der IT-Branche mangelt es an gut ausgebildeten Fachkräften. Man sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass Jobs oft durch Beziehungen, zum Beispiel Freunde und Bekannte, "ergattert" werden und das Gehalt oft nicht so hoch ist wie in Deutschland. Hinzu kommt, dass es in Italien keine Arbeitslosenversicherung gibt und sonstige staatliche Hilfen nicht der Qualität und dem Standard Deutschlands entsprechen. Auch sehr wichtig: Italienischkenntnisse sind auf jeden Fall von Vorteil und auch Englischkenntnisse werden gern gesehen.
Trotz allem macht die Mentalität der Italiener das Leben und Arbeiten in vielen Fällen leichter und ermöglicht meist einen angenehmen Einstieg in das Land des "dolce far niente".
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