Praktikum in Russland

Russland, oder wie das Land national und international korrekt heißt Russländische Föderation, ist der flächenmäßig größte Staat der Erde. Er nimmt knapp zwölf Prozent des gesamten Festlandes ein und lässt in dieser Hinsicht alle Konkurrenten weit hinter sich. Auf der Fläche von 17.075.400 qkm leben nach dem Stand von November 2007 mehr als 142 Millionen Menschen. Die Bevölkerung ist in Russland äußert ungleichmäßig verteilt. Während ein Drittel der Bevölkerung in nur 13 Städten lebt, bleibt die Bevölkerungsdichte in weitesten Teilen Sibiriens gleicht Null.

Generell lässt sich sagen, dass Russland ein sehr weit urbanisiertes Land ist. Lediglich 25 Prozent der Bevölkerung leben auf dem Lande, was sicherlich auch auf die wirtschaftliche Rückständigkeit der ländlichen Gebiete zurückzuführen ist. Die großen Städte werden von den Menschen nach dem Zerfall der Sowjetunion und immer noch als die Träger der Hoffnung und des Wohlstandes gesehen und bilden dementsprechend echte Magnete vor allem für die junge Generation.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion stürzte die russische Wirtschaft Anfang der neunziger Jahre in eine tiefe Krise. Eine Phase des wilden Kapitalismus wurde durch sehr hohe Inflation und sich verbreiternde Armut begleitet. Den Tiefpunkt bildete die Krise von August 1998, als Millionen Menschen ihre Arbeit und Ersparnisse verloren haben. Seit 2000 hat sich die wirtschaftliche Lage Russlands stabilisiert. Mit Jahreswachstum der Wirtschaft von sieben bis acht Prozent gehört Russland zum Lager der sich entwickelnden Industrieländer.

Russlands Wirtschaft nimmt weltweit den elften Rang nach dem Bruttoinlandsproduktvolumen ein. 2006 betrug das BIP des Landes rund 989 Milliarden US Dollar. Die hohen Wachstumsraten um acht Prozent jährlich werden von einer ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau bleibenden Inflation begleitet. Um die russische Wirtschaft zu stabilisieren, legt die Regierung jährlich hohe Beiträge (vorwiegend in Form von Gold) in einem Stabilisationsfond an, dessen Volumen Ende 2007 474 Milliarden US Dollar betrug.

Die Struktur der russischen Wirtschaft ist von der Schwerindustrie dominiert. Dank des großen Reichtums an Bodenschätzen ist Russland führend in der Metallproduktion, Chemieindustrie und vor allem im Energiebereich. Russland kann die weltweit größten Erdgasvorkommen nachweisen und nimmt dementsprechend den ersten Platz als Erdgasexporteur an. Bei den Erdölexporten nimmt Russland den zweiten Platz an. Sehr hohe Ölpreise und die steigende Nachfrage bescheren Russland reiche Gewinne. Durch die so genannten "Petroleumdollars" werden neben dem Luxusleben der Manager und Politiker auch manche Nationalprojekte in den Bereichen Bildung, Forschung oder Soziales finanziert.

Das Durchschnittseinkommen der Menschen in Russland hat sich in den letzten Jahren um einiges verbessert. Jedoch darf die Statistik nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass der Hauptteil des neuen Wohlstands bei einer sehr kleinen Gruppe konzentriert ist, die auch räumlich weitgehend auf die Moskauer Region begrenzt ist.

Als eine rasch wachsende Wirtschaft hat Russland einen großen Bedarf an Arbeitskräften unterschiedlicher Qualifikation. Die Arbeitssituation unterscheidet sich erheblich von Region zu Region: während in Moskau das Lohnniveau teilweise weit über dem europäischen Durchschnitt liegt, bekommen die Arbeitnehmer in der Provinz immer noch Hungerlöhne. Jedoch lässt sich sagen, dass Russland im Allgemeinen zu einer nennenswerten wirtschaftlichen Größe aufgestiegen ist, deren Wirtschaft reiche Aufstiegschancen in vielen Branchen bietet.

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